Träume öffnen Horizonte

Make love not war!

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Warum gibt es Kriege???

Schon als Kind habe ich das nicht verstanden. Ich weiß, es gibt viele psychologische Erklärungen dafür. Soziologische Erklärungen, wirtschaftliche, politische und keine Ahnung was noch. Im Kern steckt immer Angst dahinter oder Verzweiflung, die sich in Wut verwandelt (hinter der sich wieder Hilflosigkeit und Angst verbergen).

Trotzdem bleiben es Erklärungen. Müssen solche Gefühle wirklich in Gewalt, Grausamkeit und Gegeneinander münden? Miteinander, Gemeinsamkeit, Dinge teilen und für etwas arbeiten bringt doch viel mehr. Einfache, vielleicht naive Wahrheiten in einer komplexen Weltsituation …

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich als Jugendliche an Abrüstungsdemos teilgenommen habe. Atomare Aufrüstung als Schutz? Als Prävention? Was für ein Wahnsinn! Und da war auch ein Ohnmachtsgefühl. Gegenüber Politikern, Wirtschaftsinteressen und der ganzen Verwobenheit dieser Strukturen. Mich entsetzen Bilder in den Nachrichten über hungernde Kinder mit dicken Bäuchen und den Grausamkeiten in Nord-Darfur immer noch sehr. Sie bringen mich zum Weinen.

Dann habe ich mich mehr den therapeutischen Möglichkeiten zugewandt. Was kann ich in meinem direkten Umfeld tun? Wird der Same für Kriege nicht schon im ganz normalen Alltag gelegt? Bei Nachbarschaftskonflikten, im Arbeitsalltag, bei Streitigkeiten zwischen Partnern, bei der Erziehung von Kindern?

Überall dort wirken nicht ausgedrückte Gefühle, alte Verletzungen, die uns allzu schnell ins Gegeneinander bringen. In einen Kreislauf von Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen, im Innen wie im Außen. Innere Kämpfe, die im Außen ausgetragen werden. Meist aus Angst vor neuen Verletzungen. Alltägliche Kriegsschauplätze.

Liegt der Schlüssel also auf der persönlichen Ebene, darin seine Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und sich dadurch zu befreien? Seelische Verletzungen zu heilen? Dafür gibt es viele verschiedene Therapieformen und ich habe einige ausprobiert. Ich wollte den Stein der Weisen finden. Die eine wirklich wirksame Therapieform, die der Ursache dieser inneren Kriege endlich ein Ende macht. Die alle inneren Verletzungen schnell und nachhaltig heilt. – Ahnt jemand meine Weltrettungsphantasien? (Natürlich hätte ich auch gerne den Nobelpreis eingeheimst).

Mittlerweile glaube ich, dass es sie nicht gibt. Alles ist miteinander verbunden und tut seinen Teil dazu. Die Welt ist so facettenreich.

Genauso wie wir alle miteinander verbunden sind und jeder seinen Teil dazu tun kann, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Jeder auf seine Art – im Kleinen wie im Großen. Die Verkäuferin, die ihre Arbeit mit Liebe tut, trägt genauso dazu bei, wie ein Arzt, der mit Leidenschaft heilt und ein Lehrer, dem seine Schüler am Herzen liegen.

Niemand bekommt das alleine hin. Es geht um Gemeinsamkeit, Zusammenarbeit. Wir sind eine Welt. Es geht ums Handeln.

Es gibt so viele Wege Gefühle auszudrücken, ohne jemandem zu schaden. Musik, Kunst, Schreiben, Theater, Tanz, Sport, friedliche Demonstrationen und viele andere Tätigkeiten, die etwas Verbindendes haben können. Die uns zu uns selbst führen können. Zu unseren ureigenen Talenten. Der Schlüssel liegt im liebevollen Tun, das auch das Wohl der Anderen im Blick behält.

Es gibt so viele Möglichkeiten füreinander etwas zu tun. Wenn wir alle unsere Talente, unser Potenzial füreinander einsetzen. Sinnvolles oder Schönes schaffen, wie in der Kunst. Wenn wir tun, was wir lieben und dabei zufrieden sind, mit allen Höhen und Tiefen. Wenn jeder den Anderen in seiner Einzigartigkeit achtet, wie soll es dann noch Kriege geben?

Mag jemand mit mir philosophieren? Ich freue mich auf Kommentare.

Ein Kommentar

  1. Du hast natürlich völlig Recht…
    Wir alle können im Kleinen beginnen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
    Und das ist für die meisten schon sehr schwer. Aber eventuell ein guter Vorsatz für die Zukunft.
    Was gehört zum Beispiel dazu?
    – der regelmäßige Gebrauch des Wortes „Danke“
    – einen Menschen als ganzes sehen und nicht nach seinem einmaligen Verhalten beurteilen
    – freundlich sein und bleiben, egal, wie die Reaktionen des Gegenübers aussehen
    – hilfsbereit sein
    – lächeln.

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